Die Tennis-Woche vor dem
nächsten Punktspiel
Vor allem die Punktspieler jenseits der 3o wissen, wie sehr die zwei Matches eines Punktspiels den Körper stressen – selbst bei klaren Ergebnissen. Das liegt natürlich zum großen Teil an der Anspannung, die im Punktspiel exorbitant hoch ist. Aber natürlich auch an mangelndem Training auf und neben dem Platz – zumindest ist dies bei allen Hobbyspielern der Fall. Hier ein paar Tipps für die fünf oder sechs Tage vor dem nächsten Match.  
Die Punktspielsaison 2020 ist durch den Covid-19 bedingten verspäteten Beginn eng gesteckt. Die meisten Teams bestreiten Ihre Spiele an fünf oder sechs Wochenenden am Stück, ohne Regenverschiebung ein ziemlich forderndes Programm. Umso wichtiger ist es, in den Wochen zwischen den Matches effektiv zu regenerieren, ohne dabei aus dem Schlag zu kommen. Hier ein paar Tipps zur Gestaltung der Vor- beziehungsweise Nachmatch-Woche.
Montag – Erholung ist angesagt
Vermutlich hast auch Du nach dem Punktspiel am Wochenende alle Muskeln und Knochen gespürt. Und der Beginn der Arbeitswoche ist folglich von leichten Blessuren an Schlagarm, Beinen, Rücken und Schultern begleitet. Den Montag solltest Du nutzen, um bewusst zu regenerieren – als Hände weg vom Schläger. Wichtig sind – vor allem nach einem Tag im Büro – Dehnübungen oder ausrollen mit der Faszienrolle. Wenn die Temperaturen es zulassen, ist ausgiebiges Schwimmen auch eine gute Methode, um die strapazierten Körperteile wieder zu mobilisieren, ohne sie dabei zu überlasten. Gut sind auch ein Gang in die Sauna oder gar eine Massage beim Physio Deines Vertrauens. Revitalisierung und schonende Bewegungen sollten Dein Programm für heute dominieren. Eine gute Alternative sind auch eine leichte Tour auf dem Bike oder eine sehr langsame Joggingrunde ohne viel Höhenmeter.
Dienstag – leichtes Schlagtraining mit Technikelementen
Egal, wie Du im letzten Match abgeschnitten hast: Vermutlich haben sich auch in diesem Match wieder mal deine Lieblingsfehler eingeschlichen und Dich wertvolle Punkte gekostet. Zu später Treffpunkt, unsauberer Durchschwung, zu wenig Einsatz der Knie. Dienstag ist der perfekte Tag, um gezielt an den technischen Schwächen zu arbeiten. Dabei ist die Ballmaschine eine gute Wahl oder einer der sicheren Spieler aus deinem Team, mit dem du kontrollierte Schlagserien durchspielst. Dabei sollte die Intensität nicht über 70 Prozent hinaus gehen, sowohl was die Schlagarmbelastung als auch die Bein- und Laufarbeit angeht. Achte viel mehr auf die besonders saubere Schlagausführung und auf viele Wiederholungen bei gemäßigtem Tempo. Denn so merzt Du Schwächen aus und kommst in den fürs Punktspiel so wichtigen Rhythmus.
Mittwoch – Pause oder Ausgleichssporteinheit
Die meisten Spieler kennen das Phänomen des Überspielens: Zu viel Training führt nämlich oft dazu, dass die Leistung absackt. Das Spiel wird fahrig und unkontrolliert. Und was viel schlimmer ist: Jede der überflüssigen Trainingseinheiten kratzt an der Psyche, nach dem Motto: Ich tue doch jetzt wirklich alles dafür, um besser zu werden, aber irgendwie spüre ich keine Steigerung. Das umgehst du heute einfach mit einem Tag „tennisfrei“. Wenn du partout nicht auf Sport verzichten magst, entscheide dich für eine Ausdauereinheit, bei der der Spaß im Vordergrund steht. Eine Runde auf dem Bike ist jetzt ebenso wohltuend wie ein paar „Seemeilen“ auf dem SUP-Board, ein leichter Fitness-Circle oder eine Yogastunde. Und versuche bewusst, nicht ans Tennis zu denken, sondern mach den Kopf frei für die Vorbereitung aufs nächste Spiel.
Donnerstag  – Zeit für einen intensiven Satz
Fragt man Tennisspieler, worin sie eine Hauptursache für schlechte Matches sehen, lautet die Antwort oft mangelnde Matchpraxis. Das ist natürlich nicht von der Hand zu weisen. Daher solltest Du am Donnerstag ein „ernstes Match“ spielen. Am besten natürlich mit deinem Lieblings-Kopf-an-Kopf-Gegner, gegen den du eine ausgeglichene Matchbilanz erspielt hast. Ideal ist leichtes Einschlagen wie beim Punktspiel und dann einen langen Satz bis zehn unter echten Matchbedingungen. Natürlich solltest du nicht mehr als 100 Prozent geben, aber wichtig ist bei dieser Trainingseinheit, eine möglichst realistische Matchsituation zu erzeugen. Hilfreich könnte es sein, um eine kleine Trophäe zu spielen, beispielsweise, wer die Fahrt zum Punktspiel übernehmen muss oder die nächste Dose Bälle spendiert. Und dann solltet ihr unbedingt nach echtem Reglement spielen, also ohne „Joker“, mit Seitenwechsel und Punktetafel. So schnuppert ihr Wettkampfluft als sinnvolle Einheit vor dem Punktspiel.
Freitag oder Samstag  – jetzt ist Doppel angesagt
Am Tag vor dem nächsten Match ist eine Doppeleinheit ideal – allerdings bei mäßiger Intensität. In den meisten Punktspielteams wird das Doppel-Spiel sträflich vernachlässigt. Obwohl jeder weiß, wie wichtig die Doppel für den Ausgang der Begegnung sind. Vor dem Match-Tag ist es also sinnvoll, Paarungen auszuprobieren, Doppel-Taktik zu üben und nochmal etwas für Volley und Aufschlag zu tun. Der Vorteil beim Doppel ist nun mal, dass du zwar lange auf dem Platz stehst, aber nicht ständig schlagen musst. Das schont den Körper und hält dich trotzdem im Schlag. Und vielleicht bringt das Einstellen auf deinen Partner im Training genau den entscheidenden Punkt, den ihr am Spieltag brauchen werdet, um das ganze Spiel für euch zu entscheiden.

So in etwa sieht die optimale Vorbereitungswoche für ein Punktspiel aus – selbstverständlich ist das zeitlich nur für wenige zu schaffen. Wichtig sind auf jeden Fall die effektive Regeneration und die Option, unter der Woche nicht ganz aus dem Schlag zu kommen, ohne sich dabei zu überlasten. Und auch wenn du nur ein - oder zweimal auf den Platz kannst, sind die Arbeit an den üblichen Technikfehlern und Rhythmusübungen besonders wichtig. Auf keinen Fall solltest du während der Punkte-Runde versuchen, deine Technik umzustellen oder eine neue Taktik einzustudieren. Dafür ist wieder reichlich Zeit, wenn die Punktspielzeit absolviert ist.  
Autor: Tastenfeuer (CB)
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