Franca's Blog

Hallo ihr Lieben,

Hier ist er nun also: der erste Blogeintrag aus Amerika!

Die Anreise endet im Chaos

Etwas darf ich schon mal vorwegnehmen, meine Reise in die Staaten hat sich als echte Geduldsprobe entpuppt und endete in einem zwei-Tage-Trip, den ich so nicht vorhergesehen habe.

Am 13. August startete ich meine Reise vom Hamburger Flughafen in Richtung Oslo. Durch eine gelungene Überraschung meiner besten Freunde am Flughafen fiel der Abschied dann doch schwerer als erwartet. So machte ich mich auf den Weg, einerseits traurig meine Freunde und Familie nun länger nicht sehen zu können, andererseits gespannt auf eine tolle und aufregende Zeit.

Mein Weg führte mich also zunächst nach Norwegen, von wo aus es direkt weiter nach New York ging. Nach dem acht-Stunden Flug, auf dem ich zu meinem großen Entsetzen weder Getränke noch etwas zu Essen bekommen habe, landete ich sicher (und hungrig!) am JFK Airport in New York! Dort erwartete mich nicht nur eine gefühlt kilometerlange Schlange an der Passkontrolle, sondern auch ein elf-stündiger Aufenthalt, bevor der Inlandsflug nach Detroit starten sollte. So suchte ich mir also mit meinem Gepäck und einem Burger von McDonalds ein Plätzchen im Flughafen, an dem ich die Nacht möglichst bequem rumschlagen konnte.

Nach elf langen Stunden ging es dann für mich weiter in Richtung Detroit, was leider immer noch nicht mein finales Ziel war. Ein kurzer Aufenthalt von knapp drei Stunden und ein Inlandsflug von nur knapp einer Stunde, trennten mich nun also noch von meinem Zielflughafen in Dayton. In Dayton angekommen sollte ich nun von meinem Coach abgeholt werden. Da ich aber Ortszeit um die Mittagszeit landete und ein paar andere Studenten erst am Abend ankamen, hieß es einmal mehr für mich: waaaaaarten!

Dieses Mal musste ich die Zeit jedoch nicht ganz allein totschlagen, denn ich lernte bereits am Flughafen meine spätere Mitbewohnerin kennen, die ebenfalls aus Deutschland kam und zur gleichen Zeit landete wie ich. Wir verstanden uns auf Anhieb super, was mir direkt einen Großteil der Angst nahm, die sich zugegebenermaßen mit der Dauer der Reise stetig steigerte.

Nach weiteren fünf Stunden Wartezeit am Flughafen wurden wir nun endlich abgeholt. Jedoch wurde unsere Hoffnung, dass wir uns direkt auf den Weg zur Universität machen, nicht erfüllt. Es ging für uns zunächst zum Airport nach Columbus, wo weitere Studenten des Tennis-Teams sehnsüchtig darauf warteten, endlich abgeholt zu werden.

Da eine Spielerin aus unserem Team auch noch Verspätung hatte, hieß es wieder geduldig sein und noch ein bisschen ausharren… Als nun endlich alle acht Spieler unversehrt in Ohio gelandet waren, machten wir uns endgültig auf den Weg in Richtung Universität. *eeeeendlich!*

Insgesamt war ich also ganze 46 Stunden unterwegs, bevor ich total K.O. in meinem Dorm - so nennt man an den Universitäten die Apartments für die Studenten - ankam und kaputt ins Bett fiel. Um ganz ehrlich zu sein habe ich dort um 2:00 Uhr Ortszeit nicht mehr viel von meinem neuen Zuhause wahrgenommen und alles erst am nächsten Morgen richtig realisiert! :D

Hier also schon mal ein Tipp an alle, die immer ganz vorne dabei sind, wenn es um Schnäppchen-Flüge geht (so wie ich!). Es lohnt sich auf jeden Fall früh zu buchen und sich auf vielen verschieden Seiten zu erkundigen und Preise zu vergleichen. Aber in jedem Fall sollte man versuchen, direkt Hin- und Rückflug zu buchen, da man so eine Menge Geld sparen kann. Durch lange Flugzeiten kann man zwar oft 100 - 200€ sparen, eine entspannte Reise ist aber was Anderes!… Bei meinen zukünftigen Flügen werde ich auf jeden Fall darauf achten, nicht öfter als zweimal umsteigen zu müssen! :D

Der erste Eindruck - Sport rund um die Uhr

Am Donnerstagmorgen startete der Tag für uns also mit vielen neuen Eindrücken, denn es galt nicht nur unser neues Zuhause zu begutachten, sondern auch die Tennisplätze und der Campus wollten erkundet werden. Bevor wir jedoch Zeit für letzteres hatten, ging es mit unserem Coach erst einmal zu "Walmart", wo es neben Lebensmitteln, Fahrrädern und Haushaltsartikeln eigentlich auch alles andere gab, was man zum Leben braucht.

Neu eingedeckt mit dem ganzen Kram, den ein normaler Student für sein Studentenzimmer so braucht, ging es also zurück in Richtung Uni. In unserem Dorm teile ich mir mein Zimmer mit Mona, der anderen Deutschen aus Stuttgart. Insgesamt wohnen wir zu dritt mit einer anderen Teamkollegin aus Chile in einer WG. Die Zimmer, die Küche, das Wohnzimmer und das Bad sind zwar schon ein paar Tage älter, dafür aber wirklich großzügig für drei Personen.

Die ersten Tage ohne Training verbrachten wir hauptsächlich damit, uns alles anzuschauen und den restlichen Papierkram zu erledigen, den man zu Studienbeginn so bewältigen muss.

Am Montag ging es dann endlich mit dem Training los. *yaaaay* In der Vorbereitung, also in der Zeit, wo wir noch keine Uni haben, stand für uns jeden Tag eine Stunde Gym am Morgen und zwei Stunden Tennis am Nachmittag auf dem Plan. Die Einheiten im Fitnessstudio bestanden abwechselnd aus Kraft- und Ausdauertraining und hatten es besonders in der ersten Woche ordentlich in sich! *völlig aus der Puste* Beim Tennis sah die erste Zeit etwas entspannter aus. Im Vordergrund stand vor allen Dingen sich an die neuen Bedingungen, sprich an den neuen Belag des Bodens und das deutlich feuchtere und wärmere Klima, zu gewöhnen. Hier wird üblicherweise auf Hardcourt gespielt, was in Deutschland eher selten bis gar nicht der Fall ist.

Gefühlt gut vorbereitet ging es dann auch schon am ersten Wochenende nach Indiana zu unserem ersten Doppelturnier. Glücklicherweise hatte unser Coach die Teams so eingeteilt, dass ich mit meiner deutschen Mitbewohnerin spielen durfte, was das Ganze für uns durch die Sprache deutlich erleichterte. Obwohl wir unsere Erwartungen mit einem Sieg und zwei Niederlagen nicht ganz erfüllen konnten, machten wir uns am Nachmittag recht zufrieden mit unserem ersten Auftritt in den Staaten zurück auf den Heimweg.

Bei unseren Teammatches treten wir gegen andere Universitäten an. Beim ersten Teammatch blieb der Erfolg zunächst aus und wir mussten uns gegenüber dem Team der Indiana Wesleyan University deutlich geschlagen geben. Jedoch ließ der erste Teamsieg nicht lange auf sich warten und wir konnten uns bereits am folgenden Samstag mit einem 7:0 gegen die Goshen University beweisen.*yeees*

Nach drei Wochen intensivem Training, der einen oder anderen miesen Blase an Fuß und Hand, stand uns dann auch ein tennisfreies Wochenende bevor, das Mona und ich direkt für einen Ausflug nach Columbus nutzten.

Falls euch interessiert, wie die Saison so läuft und was neben dem Tennis hier an der Universität so abgeht, schaut doch mal auf meinem Insta-Profil (@francarexeis) vorbei. Auf unserer Tennis-Uni Instagram Page findet ihr ebenso Bilder von unserem Training oder unserer Matches (@unoh_womens_tennis).

Nächste Woche geht für uns dann auch endlich die Uni los. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich der Tagesablauf damit für mich ändern wird.

Dazu also bald mehr,

Eure Franca

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