Mentaltraining im Tennis
Tennis wird im Kopf entschieden. Nicht nur spielerisches Können und körperliche Fitness entscheiden über Sieg oder Niederlage, am Ende sind es mentale Stärke und Konzentrationsvermögen, die den Ausschlag geben. Das gilt für Amateure wie Profis gleichermaßen. Wer kennt das nicht, dass sich bei einem Turnier- oder Medenspiel das Blatt bei sicherer Führung gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner auf einmal wendet? wie du das verhindert kannst, erfährst du in unserem artikel!
Das eigene Aufschlagspiel geht nach 40:0 doch noch verloren oder man gibt eine 5:2-Führung inklusive zweier Matchbälle aus der Hand. Die Nervosität nimmt zu, plötzlich gelingt überhaupt nichts mehr: die Hand zittert jetzt beim zweiten Aufschlag, der erste kommt ohnehin nicht mehr, vermeintlich leichte Volleys landen im Netz oder die zuvor noch so stabile Vorhand segelt meilenweit ins Aus. Nervosität schlägt um in Frustration und Wut, und wenn man diese nicht richtig kanalisieren und in positive Energie umwandeln kann, geht gar nichts mehr und das Match ist verloren. Ein Tennismatch ist ein Auf und Ab der Emotionen, vor allem im Einzel. Rückschläge gehören dazu, denn, falls überhaupt möglich, wird es nur ganz selten gelingen, ein ganzes Match über konzentriert und fokussiert zu bleiben. Wer sich aber von Rückschlägen in eine Negativspirale hineinziehen lässt, wird es schwer haben, bei Turnieren oder Medenspielen überhaupt mal eines zu gewinnen. Oder gar im Training. Viele Profis arbeiten schon länger mit Mentaltrainern und Psychologen zusammen, um ihre Konzentrationsfähigkeit und mentale Stärke zu verbessern, damit sie besser mit Rückschlägen auf dem Platz umgehen und besonders in Drucksituationen ihr bestes Tennis zeigen können. Auch im Amateurbereich gibt es eine wachsende Nachfrage nach Tipps und Tricks zur Erhöhung der mentalen Stabilität auf dem Platz. Das wachsende Angebot an Büchern, Videos und Kursen zum Thema spricht da eine eindeutige Sprache. Hier geben wir einen Überblick über die Aspekte des Mentaltrainings im Tennis.
Aspekte des Mentaltrainings im Tennis
Tennis wird zwar im Kopf entschieden, aber ohne die entsprechende Fitness wirst du auch kein Match für dich entscheiden. Das Zusammenspiel von körperlicher und mentaler Fitness ist entscheidend für den Erfolg auf dem Platz. Manchmal sieht man Spieler, die in sich zu ruhen scheinen und auch gegen vermeintlich stärkere Gegner gewinnen, weil sie gerade in entscheidenden Situationen, bei den Big Points, die Nerven behalten und keine leichten Fehler machen, stattdessen den ein oder anderen risikoreich gespielten Winner ins Feld bringen. Und wenn ihnen doch einmal ein Unforced Error unterläuft, lassen sie sich davon nicht beeindrucken. Beim Tennis muss der Spieler im Laufe eines Matches Lösungen für Spielsituationen finden, und das unter verschiedenen Druckbedingungen. Es ist ein großer Unterschied, ob man beim Stande von 40:0 oder von 15:40 aufschlägt. Die körperliche Fitness ist die Grundlage für den Erfolg. Um diese unterschiedlichen Spielsituationen erfolgreich zu bestreiten, sind auch technische und taktische Aspekte wichtig für ein gutes Grundgefühl und letztlich zur Stärkung der mentalen Fitness.
Technische und taktische Aspekte für mentale Stärke im Tennis
Im Training werden die Schlagtechniken erst erlernt, dann stabilisiert und schließlich automatisiert und das unter verschiedenen Druckbedingungen. Sie werden etwa in normalen Trainings- wie auch in simulierten Wettkampfsituationen geübt, sodass der Spieler lernt, diese auch im Match unter erhöhtem Druck anwenden und steuern zu können. Zur taktischen Kompetenz gehört der zweckmäßige Einsatz der Schlagtechniken in unterschiedlichen Spielsituationen. Es geht darum das Ziel zu treffen, die Lücke zu erkennen, sich einen Vorteil zu erspielen und zu antizipieren, was der Gegner als nächstes vorhat.
Psychologische Aspekte beim Tennis
Aus psychologischer Sicht hat das Tennisspiel einige spezifische Aspekte, die im Vergleich zu anderen Sportarten besondere Anforderungen an die mentale Stärke und Konzentrationsfähigkeit der Spieler stellen. Beim Match befinden sich die Spieler in einer 1:1- (oder beim Doppel in einer 2:2-) Situation. Man sagt ja auch, dass Tennis vorrangig ein Kampf mit sich selbst ist. Die Rahmenbedingungen ändern sich, sei es das Wetter, der Bodenbelag, die An- oder Abwesenheit von Zuschauern und deren Betragen und nicht zuletzt der Gegner. Manchmal lässt man sich durch die Umstände aus der Ruhe bringen, sodass die Konzentration nachlässt. Dann gibt es die vielen Pausen, zwischen den Ballwechseln, zwischen den Spielen, zwischen den Sätzen. In diesen Pausen hat man immer wieder Zeit zum Nachdenken, zum Hadern mit vergebenen Chancen, zum Entwerfen düsterer Szenarien für den weiteren Matchverlauf, Zeit sich in eine Negativspirale zu begeben, aus der man nicht mehr herausfindet. Deshalb ist es so wichtig, Konzentrations- und Widerstandsfähigkeit zu trainieren und sich Techniken anzueignen, die dabei helfen, mit negativen Emotionen auf dem Tennisplatz umzugehen und diese in positive Energie umzuwandeln. Daher ist es wichtig, zuerst sich selbst zu analysieren und sich ehrlich seiner Stärken und Schwächen sowohl im Tennisspiel als auch im Kopf zu besinnen. Unter welchen Umständen vollbringt man die besten Leistungen? Wie geht man mit Druck und Stress um? In welchen Situationen wird man nervös, bekommt Angst? Hat man diese Fragen für sich beantwortet, sollte man sich daran machen, die Schwächen in Stärken zu verwandeln.

Beim Tennis zeigt sich mentale Stärke im wesentlichen in den folgenden Aspekten:
-  Die Fähigkeit, gerade in entscheidenden Situationen sein bestes Tennis zu zeigen, indem man bei den Big Points ohne langes Überlegen die richtigen Entscheidungen trifft und diese auch umsetzt.
-  Eine hohe Frustrationstoleranz. Das heißt, sich nicht durch unnötige Punktverluste, Unforced Errors, vermeidbare Spiel- oder Satzverluste oder psychologische Spielchen des Gegners aus der Ruhe bringen zulassen, sondern sich beim nächsten Ballwechsel wieder auf den Punkt zu konzentrieren.

Dazu ist ein gewisses Maß an innerer Ruhe wichtig, das dabei hilft, die Stärken und Potentiale besser nutzen zu können. Es gibt aber nicht den einen Königsweg dahin, denn jeder Charakter ist unterschiedlich und muss daher eigene Wege finden, Unsicherheit und Frustration während des Matches zu überwinden. Den einen mag es helfen, die Wut sofort herauszulassen, wie etwa Andy Murray, der seinen Frust oft lautstark in Richtung seiner Box herauslässt und im nächsten Ballwechsel die unglaublichsten Schläge auspackt. Anderen helfen vielleicht bestimmte Atemtechniken oder die Visualisierung erfolgreich gelöster Spielsituationen. Hilfreich ist, schon vor dem Match den Fokus zu setzen. Sich fest vorzunehmen, sich heute nicht ablenken und aus der Ruhe bringen zu lassen. Fest verankerte und für einen selbst positiv assoziierte Rituale können dabei helfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Eine andere erfolgreiche Methode ist, sich immer auf den nächsten Moment zu fokussieren, etwa den Ballwurf beim Aufschlag oder die Ausholbewegung beim Return, anstatt mit sich zu hadern und leicht vergebenen Punkten nachzutrauern.

Unser Tipp:
Es gibt viele Methoden, die mentale Fitness zu trainieren und jeder muss für sich herausfinden, welches der beste Weg ist, den Kopf frei zu bekommen und (mehr) Matches zu gewinnen. Ob du dir einen Mentaltrainer nimmst oder einen Online-Kurs absolvierst, ob du Bücher zum Thema liest oder dich im Internet schlau machst: Wenn du dein Tennisspiel verbessern und öfter ein Match gewinnen willst, solltest du deine mentale Stärke trainieren. Es lohnt sich!
Autor: Nils Reuter
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