Die Top 10 der besten Tennis Bücher
Teil 2
#5 Tennis - Das innere Spiel: Durch entspannte Konzentration zur Bestleistung
(von W. Timothy Gallwey)
Dieses Phänomen kennt wohl jeder Tennisspieler: Während des Trainings klappen alle Schläge nahezu perfekt. Dennoch gelingt es bei weitem nicht, diese Leistung ein paar Tage später im Turnier abzurufen und die Schläge ruhig und gelassen auszuführen. Woran dies liegt und wie der Freizeitsportler gegensteuern kann, zeigt uns der Autor W. Timothy Gallwey in seinem Tennisbuch „Tennis - Das innere Spiel: Durch entspannte Konzentration zur Bestleistung“. Deutlich zum Ausdruck kommt hier, woran der Tennisspieler vor allem arbeiten muss: Dem so genannten „inneren Spiel“. Dieses ist beim Tennis ebenso wichtig wie das „äußere Spiel“, also technische Perfektion bei Topspin, Rückhand, Aufschlag & Co. Wer das innere Spiel beherrscht, kann mit Konzentrationsschwäche, Nervosität und Selbstzweifeln richtig umgehen, erlangt wieder eine richtige Spielfreude und schöpft seine Ressourcen auch bei einem Tennismatch optimal aus. Wie es gelingt, die eigenen Gedanken während einer wichtigen Tennispartie ruhig zu stellen und sich in einer Kampfsituation auf den Ball und das richtige Timing zu konzentrieren, schildert Gallwey in seiner psychologischen Tennisschule recht anschaulich. Wer sich mit der mentalen Seite des Tennissports beschäftigen und das eigene Tennisspiel ein Stück verbessern möchte, sollte dieses Tennisbuch in seine Sammlung aufnehmen. Es ist unterhaltsam, witzig geschrieben und enthält leicht umzusetzende Ansätze für mehr Spaß und Erfolg beim Tennis!
#4 Das Haifischhaus
(von Rüdiger Barth)
Bei den meisten Tennis-Büchern handelt es sich um Spielerbiografien, Ratgeber zur Tennis-Psychologie und Taktik-Lehrbücher. Doch es gibt mit dem „Haifischhaus“ auch einen lesenswerten Tennisroman. Auch wer selbst wenig mit dem Tennissport zu tun hat, weiß das feinfühlige Buch zu schätzen. Es beschreibt das Leben des ehemaligen und fiktiven Tennis-Stars Toto Berger. Eindrucksvoll und vielschichtig werden in dem Roman der Druck im Spitzensport geschildert und wie Sporthelden an ihren Erfolgen zerbrechen können. Wer sich für die Psychologie hinter dem Spitzensport interessiert, wird beim Lesen dieses Tennis-Romans bestens unterhalten. Zum Inhalt des unterhaltsamen Tennisbuches: Toto Berger tritt als gefeierte Nummer Eins des Welttennis überraschend zurück. Niemand soll wissen, dass er ausgelaugt und medikamentenabhängig ist. Er wird in der Folgezeit gebeutelt von seiner Scheidung, der Geldnot und einer desolaten Gesundheit. Drei Jahre später wird er von seinem Nachfolger an der Tennisspitze mehr oder weniger spaßeshalber in einem TV-Interview zu einem letzten Duell herausgefordert, das vor 30.000 Zuschauern auf Schalke stattfinden soll. Zehn Millionen Euro Preisgeld locken unseren Protagonisten Toto Berger. Er muss sich selbst besiegen und schart in einem einsam gelegenen Haus an der Ostsee seine alten Gefährten erneut um sich. „Das Haifischhaus“ ist nicht zuletzt auch eine  Liebesgeschichte. Die Frau, die er seit langem liebt, unterstützt ihn ebenso wie sein Sohn, den er lange Jahre verleugnet hat. Deutlich zum Ausdruck kommt, dass der Autor Rüdiger Barth selbst ein passionierter Tennisspieler ist. Es handelt sich um ein lesenswertes Buch, dass die Psyche und den inneren Kampf eines Spitzensportlers eindrucksvoll schildert.
#3 Winning Ugly
(von Brad Gilbert und Steve Jamison)
Brad Gilberts Mix aus Biographie und Ratgeber namens Winning Ugly trägt den Untertitel „Mentale Kriegsführung im Tennis - wie man bessere Gegner schlägt“. Alles dreht sich hier um die mentale Stärke und die kleinen und großen Tricks auf dem Tennisplatz, mit denen der Gegner mit dem Kopf besiegt werden soll – falls es alleine mit dem Tennisschläger nicht klappt. Brad Gilbert war selbst sicherlich nicht der talentierteste unter den Tennisprofis seiner Zeit. Er war jedoch der König der mentalen Kriegsführung im Tennissport. Sein Stil wurde von vielen Kritikern als unfair und hässlich bezeichnet, aber er schaffte es damit immerhin bis auf Platz 4 der Weltrangliste. Auch als Trainer konnte er später einen wichtigen Beitrag dazu leisten, dass Andre Agassi sein erfolgreiches Comeback feierte. Von "Winning Ugly" können gerade Freizeitspieler vieles lernen, um Tennis nicht nur mit dem Schläger, sondern auch mit dem Kopf zu spielen. Brad Gilbert gibt eine lehrreiche Anleitung, bei der es vor allem um eines geht: Den Platz als Gewinner zu verlassen! Interessant gerade für die ältere Tennisgeneration sind Gilberts Analysen und Erfahrungen zu seinen damaligen Konkurrenten wie John McEnroe, Boris Becker, Andre Agassi, Jim Connors und Ivan Lendl. Allerdings sind diese inzwischen bekanntlich längst aus dem Profitennis ausgestiegen, was das Buch für jüngere Leser nicht mehr so ganz zeitgemäß erscheinen lässt. Wer denkt, dass es bei diesem legendären Tennis-Buch allein um schmutzige Tricks auf dem Centre Court geht, täuscht sich. Der Titel „mentale Kriegsführung im Tennis“ klingt sicherlich etwas zu martialisch, aber es handelt sich vielmehr um eine unterhaltsame und lehrreiche Anleitung, das Tennisspiel und den Gegner zu analysieren und das eigene Spiel daran zu orientieren. Gerade in puncto Spielstrategie und Psychologie im Tennisspiel ist Winning Ugly auch heute noch aktuell, um einen ganz anderen Blick auf den Tennissport und strategische mentale Optionen auf dem Tennisplatz zu erhalten. Jeder Tennisspieler, egal auf welchem Niveau, sollte daher Brad Gilberts Winning Ugly gelesen haben, auch wenn das Tennisbuch nun bereits 20 Jahre alt ist.
#2 Open: Das Selbstporträt
(von Andre Agassi)
Nahezu jeder Top-Spieler im Profi-Tennissport hat inzwischen eine mehr oder weniger gelungene Biografie verfasst - oder auch schreiben lassen. Die wohl interessanteste und schonungsloseste Tennisbiografie stammt von Andre Agassi. Es handelt sich um eine offene und ehrlich geschriebene Biografie, welche die Höhen und Tiefen des rebellischen Superstars mit viel Humor und Selbstironie beschreibt. Bei Andre Agassis Open kommt im Gegensatz zu so manchen anderen Spielerbiografien garantiert keine Langeweile auf! Das Selbstporträt des begnadeten Tennisspielers, der in seiner Jugend von seinem autoritären Vater auf rabiate Weise zum Tennis getrieben wurde, beleuchtet nicht nur die Erfolge auf dem Centre Court, sondern auch die Abstürze neben dem Platz, sein spektakuläres Comeback und natürlich darf auch die unerschütterliche Liebe zu Steffi Graf nicht fehlen. Eindrucksvoll kommt in der zutiefst bewegenden Autobiografie zum Ausdruck, wie sehr Agassi den unerbittlichen Erfolgsdruck verabscheute, wie er den Tennissport manchmal auch hasste und wie er zwischen Selbstzerfleischung und Perfektionsdrang hin und herschwankte. Auch seine Porträts der größten Kontrahenten, von Pete Sampras und Jim Courier bis hin zu Boris Becker, Roger Federer sowie dem großen Vorbild Björn Borg, sind spannend und lesenswert. Andre Agassi gibt zudem interessante Einblicke in sein Leben neben dem Tennisplatz und spart auch die Beziehungen zu Barbra Streisand und Brooke Shields ebenso wenig aus wie eigene Fehler oder Abstürze durch Depressionen.
#1 Lucky Loser: Wie ich einmal versuchte, in die Tennis-Weltrangliste zu kommen
(von Felix Hutt)
Auf keinen Fall verpassen, sollten Tennisfreunde die Biografie von Felix Hutt, der ein echtes Tennis-Abenteuer wagte. Einst einer der besten Tennis-Junioren Deutschlands, klappte es leider nicht so recht mit der großen Tenniskarriere. Er verlor daher seinen Lieblingssport aus den Augen, bis es zu einem Schlüsselerlebnis kurz vor seinem 38. Geburtstag kam: Hutts großes Idol Roger Federer triumphiert bei den Australian Open im Januar 2017 im stolzen Tennisalter von 35 Jahren. Felix Hutt beschließt daraufhin, es noch einmal mit der Tenniskarriere zu versuchen und zumindest ein einziges Mal in die Weltrangliste zu kommen. Er bereist in der Folgezeit mit seiner Tennistasche nahezu die ganze Welt und tritt an vielen exotischen Orten rund um den Globus gegen meist wesentlich jüngere Spieler an. So möchte er sich seinen Jugendtraum erfüllen und den eigenen Namen einmal in der Weltrangliste lesen. Hierfür benötigt er zumindest einen einzigen Weltranglistenpunkt. Für sein großes Ziel stellte Felix Hutt sein Leben komplett um, achtet akribisch auf seine Ernährung und trainiert unermüdlich. Hutt tourt fortan als Tennis-Globetrotter durch die Welt - von Pakistan und Kambodscha bis hin nach Israel und Uganda. Um in die Weltrangliste zu gelangen, muss Felix Hutt bei einem ATP-Turnier die erste Runde gewinnen, weil es hierfür einen Punkt gibt. Bei Lucky Loser geht es nicht um Glanz und Glamour des „Weißen Sports“, sondern um die Niederungen und Überraschungen, die auf den Nebenschauplätzen der Tenniswelt geschehen. Beispielsweise regnete es bei einem Turnier im afrikanischen Uganda so stark, dass sich auf der Asche riesige Pfützen bildeten. Daraufhin haben die Organisatoren einfach Spiritus ins Wasser gekippt und die Pfützen auf dem Tennisplatz angezündet. In Pakistan spielte Felix Hutt erfolgreich auf gemahlenen Kieselsteinen und war nur noch einen Sieg vom ATP-Punkt entfernt. Ob es ihm auch wirklich gelang, diesen einen ihm so wichtigen ATP-Punkt zu holen, der ihm einen Eintrag in der Liste der Besten beschert, soll an dieser Stelle nicht verraten werden. Lesenswert und beste Tennis-Unterhaltung ist das Lucky Loser Buch allemal!
Autor: Rainer Wagenhäuser
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