UMGANG MIT SCHUMMLERN
- WIE DU EINEN KÜHLEN KOPF BEWAHRST -
TENNIS IST ALS GENTLEMAN-SPORT BEKANNT. LEIDER TRIFFT MAN AUCH SCHUMMLER.
Jonas grinst. Er weiß, dass der Ball seines Gegners noch die Linie gekratzt hat. Mit vier Haaren der noch recht frischen Filzkugel. Jonas weiß, dass es nun wieder eine Diskussion geben wird. Und das es am Ende „zwei Neue“ heißen wird.

Doch grinst Jonas deswegen, weil er seinem Gegner die Wut ansieht. Gesenkter Blick. Negative Selbstgespräche. Ein schneller, entschlossener Gang ans Netz, um zu fragen, ob sich der Ballabdruck angeschaut werden darf.

Jonas winkt seinen Gegner direkt rüber. Natürlich darf der Gegner sich den Ballabdruck der Rückhand-Longline anschauen. Es steht 4:4 und 15:30 im ersten Satz. Es wurden schon einige Punkte gespielt. Mehrere Abdrücke sind am „Tatort“ zu sehen. Jonas zuckt mit den Schultern. Sein suchender Blick nach dem richtigen Ballabdruck wird nicht fündig.

Zwei Neue. Der Gegner von Jonas dreht sich um, schreitet wild gestikulierend zu seinem nächsten Aufschlag und fabriziert halb mit sich sprechend, halb aufschlagend einen Doppelfehler.
GIB DEM SCHUMMLER KEINE MACHT
Was kannst du gegen Schummler wie Jonas tun? Die wichtigste Faustregel lautet, dass du dem Schummler keinerlei Macht geben darfst. Klingt in der Theorie leicht. Ist in der Praxis aber „tricky“. Tennis ist ein emotionaler Sport. Steht dann zusätzlich noch ein Schummler auf der anderen Seite des Netzes, kocht der Topf schnell mal über.

Doch möchtest du wirklich deinem Gegner noch mehr Macht geben, als er eigentlich schon hat? Willst du ihm tatsächlich den Gefallen tun und dich über sein Verhalten aufregen? Das wäre so, als würdest du dich bei jedem seiner Aufschläge im Schneidersitz auf die Grundlinie setzen. Den Schläger zur Seite legen. Und anfangen zu meditieren. Dies tust du natürlich nicht. Du stellst dich zum Return. Versuchst, den Aufschlag zu lesen und bestmöglich zu returnieren. Du tust alles, was in deiner Macht steht, um gut zu returnieren. Ebenso musst du agieren, wenn du einen Schummler enttarnt hast. Wie du dies tun kannst, erfährst du später in diesem Artikel. Schauen wir zunächst, was die schlimmsten Fehler sind, die du begehen kannst.
DREI FEHLER BEIM UMGANG MIT SCHUMMLERN, DIE DU NICHT MACHEN SOLLTEST
1. Zeige deinen Unmut
Deine Körpersprache. Du bist so sehr mit Technik, Taktik und harten Aufschlägen beschäftigt, dass deine Körpersprache deinen inneren Gemütszustand jederzeit repräsentiert. Wenn Jonas wieder einen Ball Aus gibt, den du an der Linie gesehen hast, regt dich das auf. Du sagst es Jonas nicht direkt, dass dir seine Masche extrem gegen den Zeiger geht. Du zeigst es Jonas aber. Durch deine Körpersprache. Dies ist eine Bestätigung für Jonas. Er merkt, dass seine Taktik wirkt. Du regst dich auf. Bringst dich aus dem Rhythmus. Bist abgelenkt. Und verschenkst Punkte leichtsinnig.

2. Rege dich zwei Ballwechsel später immer noch auf
Der diskussionswürdige Ball ist bereits seit zwei Ballwechseln Geschichte. Seitdem hast du einen leichten Fehler gemacht. Den anderen Ballwechsel hat dein Gegner durch einen guten Aufschlag leicht gewonnen.

3. Und du redest dich noch immer wegen dem Ballabdruck in Rage
Auf diese Weise gibst du mal wieder die Macht an deinen Gegner ab. Zusätzlich verschenkst du fast ein ganzes Aufschlagspiel. Und bringst dich für eine gewisse Zeit komplett aus dem Spiel. Im schlimmsten Fall geht dir sogar das gesamte Match flöten.

WIE DU DIE KONTROLLE BEHÄLTST UND DEN SCHUMMLER AUSHEBELST
Lächle. Dem Schummler Jonas wird nichts so sehr durcheinander bringen, wie dein Lächeln. Dein Gegner gibt einen Ball Aus, den du gut gesehen hast? Bleib höflich. Setz ein sympathisches Lächeln auf und frage, ob er sich seiner Sache wirklich sicher ist. Du gehst nicht auf die andere Seite. Du schaust dir nicht den Ballabdruck an. Du beginnst keine Diskussion.

Der Schummler will, dass du auf seine Seite kommst. Er will dich wütend machen. Er hat das Ziel mit dir eine Diskussion zu beginnen – um dich so aus dem Bahn zu werfen.

Wenn du aber sein Spiel erst gar nicht beginnst mitzuspielen – dann gibt es kein Spiel. Auf diese Weise gibst du keine Macht an deinen Gegner ab. Stattdessen solltest du dir einen Mannschaftskollegen aussuchen, der als Zuschauer die gesamte Zeit bei deinem Match bleibt. Gib diesem Kollegen die Aufgabe, bei engen Bällen genau hinzuschauen. Sprich mit ihm Handzeichen ab. Wenn ein Ball drin, aber auch wenn ein Ball im Aus war. Selbstverständlich kannst du dieses Problem immer „offiziell“ lösen und einen Schiedsrichter zum Platz kommen lassen. Viel wichtiger ist aber, wie du vorher auf die Spielchen deines Gegners reagierst. Bis der Schiedsrichter dann am Court ist, kannst du schon viele Punkte und Spiele abgeschenkt haben.

Behalte immer folgende Punkte im Kopf, wenn du gegen einen Schummler spielst:
- Lächle
- Gehe nicht auf die Seite deines Gegners
- Beginne keine Diskussionen
- Lege verstärkt Wert auf deine Körpersprache
- Sprich dich mit einem Mannschaftskollegen ab
- Verschenke keine Punkte, weil du dich ärgerst
Autor: Marco Kühn
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